Satire

Zum Schutz der Betroffenen und Angehörigen wurden die Namen der Interviewten verändert.
Aus Lukas Schmidt wurde David Kleine und Marie Weber wurde zu Laura Fischer. Lili Fink ist in Wirklichkeit Lili Fink.

E157 - Fachkraft für Einbruch und Diebstahl


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Was macht man in diesem Beruf?

Der Einbrecher und Dieb/Die Einbrecherin und Diebin ziehen durch die Stadt, meist mit einem unauffälligen Dienstwagen, manchmal aber auch zu Fuß, auf der Suche nach einem geeigneten Objekt. Nach erfolgreichem Ausspähen beginnt die Arbeit erst richtig, denn jetzt muss alles ganz schnell gehen.
Sie verwenden Spezialwerkzeuge, um Fenster und Türen fachgerecht zu öffnen, räumen ganze Geschäfte, Wohnungen oder Banken aus und verschwinden spurlos. Außerdem sind sie ständig auf der Hut, keine Spuren zu hinterlassen oder gesehen zu werden.
Sollte sie gerade nicht mit einem Einbruch beschäftigt sein, so treiben sie sich in größeren Menschenansammlungen herum und zieht den ahnungslosen Passanten ihr Hab und Gut aus der Tasche.


Wo arbeitet man?

Typische Einsatzorte:

  • Geschäfte (vorzugsweise Juweliere)
  • Wohnungen (vorzugsweise Einfamilienhäuser oder Erdgeschosswohnungen)
  • Banken
  • stark besuchte öffentliche Plätze
  • Museen
  • andere Orte an dem sich hohe Werte befinden

  • Typische Beschäftigungsbetriebe:

  • Kleinbetriebe mit bis zu 5 Mitarbeitern
  • hauptsächlich in Selbstständigkeit


  • Vergütung

    Die Vergütung ist variabel und richtet sich nach dem Erfolg, liegt jedoch in aller Regel zwischen dem eines Informatikers und eines Fluglotsen.


    Dauer der Ausbildung

    Die Ausbildung beträgt in der Regel 3 Monate, in seltenen Fällen bis zu 18 Monaten oder länger.


    Welcher Schulabschluss wird erwartet?

    Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, jedoch werden vorzugsweise junge Menschen ohne Abschluss genommen.


    Worauf kommt es an?

    Besonders wichtig ist die eigene Geschicklichkeit. Diese ist zu Beispiel besonders gefragt, beim geräuscharmen Knacken von Schlössern oder dem kunstvollen plündern von Vitrinen, Schränken oder Schubladen.
    Auch nicht zu vernachlässigen ist die körperliche Kondition, die dieser Beruf von einem Abverlangt. Ein taktischer Rückzug bei plötzlich Auftauchenden von Sicherheitspersonal oder Eigentümern, aber auch das Heben der schweren Beute, kann körperlich so einiges abverlangen.
    Auch die Teamfähigkeit sollte gut ausgeprägt sein insbesondere, wenn man in einem kleineren Betrieb arbeitet. Es gibt nichts Wichtigeres bei einem gemeinschaftlichen Bankraub, als harmonisch zusammenzuarbeiten und sich aufeinander verlassen zu können.
    Laute Musik oder andere Ablenkungen bei der Arbeit sind absolut nicht zu empfehlen. Ein Einbrecher sollte Gefahren aus der Ferne hören und erkennen können. Besonders gute Schulnoten in Mathematik können hilfreich sein bei einer Wirtschaftlichkeitsprüfung vor dem eigentlichen Einbruch aber auch beim Dosieren der nächsten Sprengladung.
    Außerdem sollten angehende Fachkräfte im organisierten Verbrechen allgemein organisierte Menschen sein. Bei der Einbruchsplanung aber auch bei der Fluchtroutenplanung kann einem das extrem helfen.


    Fox and Cock

    Zukunftsperspektive:

    Der ehrbare Ausbildungsberuf des Einbrechers steuert auf eine ernste Krise zu. Nicht nur, da der Beruf zu Unrecht in Verruf geraten ist, verlieren auch immer mehr deutsche Fachkräfte ihre Arbeit und finden keine neue. Sie werden durch unprofessionelle Ausländer ersetzt. Die meisten von ihnen halten sich nicht einmal an den dEkofED (deutscher Ehrenkodex für Einbrecher und Diebe).

    So berichtete uns Laura Fischer (Ex-Einbrecherin und Diebin): “Die Haben eine ganz andere Kultur. Während wir früher Fenster und Türen mit professionellen Werkzeugen geöffnet haben, schmeißen die heute einfach nur die Scheiben ein! Was ist von dem kunstvollen Handwerk nur übrig geblieben, welches mir einst mein Opa in mühevoller Kleinstarbeit gelehrt hat!? Wozu habe ich ganze Nächte durch gelernt, um mir einen Meisterbrief bei der IHK zu klauen?!”
    David Kleine äußerte sich zum Kodex wie folgt: “Geklaut habe ich immer nur Sachen, die sich ersetzen ließen, wie zum Beispiel einen Fernseher oder Schmuck. Einmal habe ich sogar eine ganze Küche mitgenommen. Familienfotos oder Sachen, in die was eingraviert war, habe ich aber nie angerührt. Ich habe quasi nachhaltig und fair geklaut!”
    Lili Fink: “Unnötige Schäden haben wir immer versucht zu vermeiden. Wir wären ja auch schön blöd alles kurz und klein zu hauen. Immerhin können unsere Kunden weniger neues kaufen, wenn zu viele und große Schäden repariert werden müssen. Es gäbe bei unserem nächsten Besuch also weniger zu holen. Aber das ist diesem Packzeug ja völlig egal. Von Ökonomie haben die halt einfach keine Ahnung…”
    Hehr Bert: “Immer öfter werde ich von denen beleidigt. Die sagen, dass wir halt zu nichts taugen, dass wir selber Schuld seien. Ihrer Meinung nach zähle aber auch nur der Profit und nichts anderes. Im Punkt Kundenzufriedenheit besteht bei denen einfach noch Nachholbedarf...

    Trotz der offensichtlichen Notlage vieler Kleinunternehmen und Selbstständiger lehnt die Regierung eine staatliche Förderung für einheimische Einbrecher und Diebe ab. Mit der Begründung, dass die erwirtschafteten Gelder ja noch zum Leben reichen. Dadurch sehen sich viele, die einst Juweliere, Banken und Haushalte plünderten, dazu gezwungen, bei jenen Institutionen und Geschäften nun als Personal zu arbeiten. Die Zeiten sind hart geworden für einheimische Einbrecher, welche dieses künstlerische Handwerk einst mit viel Herzblut und Leidenschaft lernten, und die Zeichen stehen nicht gut für eine baldige Besserung der Situation.


    Aufgrund der aktuellen Lage in diesem Beruf empfehlen die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer Interessenten dieses Tätigkeitszweiges einen anderen ähnlichen Beruf zu ergreifen.
    Die Empfehlung der IHK lautet Bankkaufmann/Bankkauffrau.

    Unabhängiger Alternativvorschlag der Agentur für Arbeit ist hingegen Versicherungsvertreter


    Weiterführende Informationen in Ihrem BIZ (Berufe Informationszentrum)!